LITERATURHINWEISE

Die folgenden Literaturangaben sollen einige Hintergrundinformationen vermitteln. Sie sind subjektiv ausgewählt und es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Die kurze Beschreibung des Inhalts soll einen Eindruck geben, worum es in dem Buch oder Artikel geht. Die Einteilung in Bereiche ist ebenfalls subjektiv und soll die Suche nach Informationen zu einem bestimmten Thema erleichtern.

Bücher

• Emitis Pohl: Deutschsein für Anfänger - Integration ist meine Pflicht, Fontis - Brunnen Basel, 2016
Die Autorin reiste mit 14 Jahren nach Hamburg und lebte dann bei ihrer Großmutter, sie erkämpfte sich die Schulbildung und das Wissen über Deutschland. Sie vertritt die Forderung, dass wir den Flüchtlingen unsere Regeln klar vermitteln müssen.

• Katja Schneidt: Wir schaffen es nicht - Eine Flüchtlingshelferin erklärt, warum die Flüchtlingskrise Deutschland überfordert, riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH, München, 2016
Es werden die Probleme behandelt, die durch den Umgang mit Flüchtlingen und deren anderer Kultur entstehen. Dabei klagt sie das Versagen des Staates und die Naivität der Helfer an, weil kulturelle Unterschiede kaum diskutiert und entsprechend darauf reagiert wird.

• Constantin Schreiber: Inside Islam - Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird, Econ Verlag der Ullstein Buchverlage GmbH, 2017
Der Autor gibt die Predigten von Imanen in 14 verschiedenen Moscheen wieder und zeigt auf, dass sehr oft ein archaisches Weltbild mit Abgrenzung bis offener Ablehnung des westlichen Lebensstils und seiner Werte vermittelt wird.

• „Flüchtlinge 2016“ Studie der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft HMKW zu Demokratieverständnis und Integrationsbereitschaft von Flüchtlingen, Berlin, August 2016
Auf der Basis einer Umfrage in Berliner Flüchtlingsunterkünften werden Vorstellungen von Flüchtlingen über Deutschland, Demokratie, Religion, Sexualmoral und Integrationsbereitschaft ermittelt. Wichtigste Schlussfolgerung ist, dass die meisten Flüchtlinge zu Investition in Sprache und Bildung bereit sind, dass aber eine aktive Aufklärungsarbeit und selbstbewusste Wertevermittlung notwendig sind, da viele noch ein überkommenes Weltbild pflegen.

• Paul Collier: Exodus - Warum wir Einwanderung neu regeln müssen, Siedler Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München, 2014
Der Autor behandelt sachlich und ausgewogen, d.h. sowohl die Probleme der Migranten als auch die der Ausreise- und Einwanderungsgesellschaft, anhand von modellhaften Überlegungen den Prozess der Einwanderung. Er wägt ab, ob und ab wann eine Migration für wen vorteilhaft ist.

• Keyghobad Yazdani: Integration durch Integrationskurse? - Eine Verlaufsstudie bei iranischen Migrantinnen und Migranten, Überarbeitung einer Dissertation 2014
Die zugrunde liegende Dissertation befasst sich zunächst mit der Migrations- und Integrationspolitik in Deutschland. Die Autorin untersucht dann die Wirkung von Integrationskursen in Bezug auf die Kenntnisse und Einstellungen der Migranten und zieht daraus Schlussfolgerungen für eine Verbesserung der Kurse, die über den reinen Spracherwerb hinausgeht.

• Joachim Wagner: Richter ohne Gesetz - Islamische Paralleljustiz gefährdet unseren Rechtsstaat, Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2012
Durch eine Paralleljustiz sog. Friedensrichter entstehen bisher unterschätzte Probleme. Der Autor warnt vor einer Anpassung an eine Kultur macht- und clanorientierter Richtersprüche, die erheblich von unseren Rechtsvorstellungen abweichen, etwa in der Familienrechtsprechung.

• Betül Durmaz: Döner, Machos und Migranten - Mein zartbitteres Lehrerleben, Verlag Herder im Breisgau, 2009
Anhand eigener Erfahrungen beschreibt die Autorin die Schwierigkeiten bei der Erziehung von Schülern mit Migrationshintergrund, die von ihren Familien und dem entsprechenden Milieu geprägt sind.


Anforderungen an die Integration und Bewertung

• "Richtig ankommen" von Susan Djahangard, Katrin Elger, Christina Elmer, Miriam Schlossarek, Nico Schmidt, DER SPIEGEL 19/2017, S. 34-38
Die Autoren analysieren, was gut und was schlecht läuft bei der Integration in Bezug auf Wohnen, Deutsch Lernen, Arbeiten und Schule. Bemängelt wird die völlig unzureichende Erfassung von Daten und deren Zusammenführung zu diesen Problemen. Daher kann es keine zufriedenstellende Beurteilung geben, inwieweit die Integration gelingt.

• "Neue Heimat, neues Glück" von Rainer Hermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 23.04.2017, Nr. 16, S. 7
Der kanadische Journalist vergleicht die Integration von Migranten in Deutschland mit denen in anderen Ländern und kommt zu dem Schluss, in Deutschland verlaufe der Integrationsprozess besser als in den meisten anderen Ländern.

• „Warum Deutschland Integrationskraft fehlt“ von Ferdinand Knauß, WirtschaftsWoche Online vom 19.03.2017, www.wiwo.de/politik/ausland/knauss-kontert-warum-deutschland-integrationskraft-fehlt/ 19532354-all.html
Im Vergleich zur Türkei und den USA fehlt Deutschland ein Bekenntnis zur eigenen Nation von Seiten vieler Deutschen, besonders der Elite. Dies behindert die Integration, da sich eingewanderte Türken nicht mit einem Deutschland identifizieren können, das viele autochthone Deutschen ablehnen.

• „Lasst sie in die Zukunft schauen“ von John Ralston Saul, DER SPIEGEL 6/2017, S. 82-83
Ein kanadischer Autor und Historiker beschreibt die kanadische Einwanderungspolitik, die von der gesamten Bevölkerung mitgetragen wird. Anhand der Unterschiede zu Europa und Deutschland zeigt er die hiesigen Mängel auf. Ein Beispiel ist die Feier der Einbürgerung, sie zeigt auf, wie man den Einwanderern begegnet.

• „Multikulti ist gescheitert“ von Ruud Koopmans, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 11.02.2017, Nr. 23, S. 28
Der Politologe beschreibt zunächst, wie die Niederlande die Migranten zuvorkommend behandelten: einfacher Weg zum persönlichen Bleiberecht, keine „ausgrenzenden“ Sprachanforderungen und Einkommensnachweise und Integrationstests u.a. Dies führte jedoch nach Untersuchungen des Autors nicht zur besseren Lösung des Integrationsproblems im Vergleich zu Deutschland, im Gegenteil. Er verurteilt die unbewiesene Annahme, dass eine gute Integrationspolitik diejenige ist, welche überhaupt keine Anforderungen an die Zuwanderer stellt und ihnen maximal entgegenkommt.

• "Braucht Deutschland eine Leitkultur?" FOCUS 19/2017, S. 27-33
Verschiedene Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur nehmen zu dem Thema Stellung.

• "Wir brauchen eine kontrollierte Einwanderung" von Thomas Oppermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 05.02.2017, Nr. 5, S. 10
Der SPD-Fraktionsvorsitzende beschreibt die notwendigen Maßnahmen einer Flüchtlings- und Einwanderungspolitik. Er fordert eine Verteilung der Flüchtlinge nach Kontingenten und nennt unsere Maßnahmen zur Integration. Im Gegenzug erwartet er die Achtung unserer Grundgesetze.

• "Wohlmeinende Torheit" von Ross Douthat, FOCUS 3/2016, S. 44
Der leicht gekürzte Artikel aus der "New York Times" beschreibt das Problem, das damit zu tun hat, dass viele Flüchtlinge Männer im Alter zwischen 20 und 30 sind. Sie stellen damit etwa 10 % der männlichen Bewohner Deutschlands in diesem Alter, was erhebliche Schwierigkeiten bei der Integration mit sich bringen wird und zu Auseinandersetzungen führen kann.

• „Integration als Pflicht, Einwanderung als Wunsch“ von Markus Wehner, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 29.05.2016, Nr. 21, S. 10
Es wird das Maßnahmen-Paket „Fördern und Fordern“ der Bundesregierung vorgestellt, das für Menschen gedacht ist, die in unser Land kamen, die wir uns aber nicht ausgesucht haben. Was jedoch fehlt, ist ein Einwanderungsgesetz und vor allem eine Einwanderungskultur.

• "Lehren aus der Flüchtlingskrise" von Georg Meck, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 14.08.2016, Nr. 32, S. 21
Anhand von 10 Punkten wird eine Bilanz des bisherigen Vorgehens gezogen. Der Autor gibt eine kritische Bewertung unter verschiedenen Aspekten wie Rechtsverständnis, Willkommenskultur, Geschäftemacherei, Islam oder Berichterstattung. Er kommt zu dem Schluss, dass Grenzen in Bezug auf unseren Einsatz gezogen werden müssen.

• "Was wir von Einwanderern verlangen wollen" von Ahmad Mansour und Cem Özdemir, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 28.08.2016, Nr. 34, S. 5
Spracherwerb und Erwerbstätigkeit reichen nicht für eine Integration. Es fehlt ein Konzept für die Integration in unsere Wertegemeinschaft. Behandelt werden die Probleme, welche eine patriarchalische Erziehung, Einschränkung der Meinungsfreiheit und Tabuisierung der Sexualität in der Heimat der Flüchtlinge verursachen. Sie beklagen, dass der Orientierungskurs über unsere Rechtsordnung ein Schattendasein führt, Neuangekommene sollten verpflichtend an diesen Kursen teilnehmen. Als Konsequenz wird eine Ausweitung des Orientierungskurses und ein Ethikunterricht gefordert, der unsere Werte basierend auf dem Grundgesetz vermittelt.

• „Wenn die Psyche plötzlich weg ist“ von Florentine Fritzen, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 06.11.2016, Nr. 4
Es wird die Arbeit einer Psychiatrischen Clearingstelle für Flüchtlinge beschrieben. Vor allem männliche Flüchtlinge leiden unter Depressionen Posttraumatischen Belastungsstörungen PTBS und Angststörungen.

• „Plötzlich Demokratie“ von Helmut Schwan, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 28.08.2016, Nr. 34, S: R1
Es wird der Besuch einer „Rechtsstaatsklasse“ in Hessen beschrieben. In 2 Unterrichtseinheiten je 3 Stunden sollen zunächst die Geschichte und die verfassungsrechtlichen Grundlagen Deutschlands, der Aufbau von Staat und Verwaltung, das Verhältnis der drei Gewalten beschrieben werden. Im zweiten Block geht es um die Migranten berührende praktische Fragen, etwa um Asylverfahren oder rechtliche Fragen.

• „Es gilt das Grundgesetz“ von Michael Martens, Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ.NET www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/fluechtlinge-das-grundgesetz-steht-ueber-der-bibel- und-dem-koran-13800012.html vom 14.09.2015
Der Artikel beschreibt deutlich, dass es zur Willkommenskultur unbedingt dazugehört, dass die Flüchtlinge von Anfang an mit den rechtsstaatlichen Spielregeln und europäischen Werten vertraut gemacht werden. Glaubensfreiheit, Emanzipation, Meinungsfreiheit auch bzgl. der Ablehnung des Islam sind Kernbestand unserer Kultur und nicht verhandelbar. Der Autor weist darauf hin, dass diese Vermittlung eine schwere Aufgabe ist, die aus falsch verstandener Rücksichtnahme bisher vermieden wird.

• "Ab einer gewissen Zahl bricht jedes Asylwesen zusammen" von Felix Schindler, www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/ab-einer-gewissen-zahl-bricht-jedes-asylwesen-zusammen/story/ 23432728 vom 10.10.2015
Interview mit Toni Stadler, der 27 Jahre tätig war für IKRK, UNHCR, UNDP und als Delegierter bei der OECD. Er betont die Steuerung von Migrantenströmen und den Schutz der Außengrenzen. Außerdem weist er darauf hin, dass nicht die Ärmsten fliehen, sondern die aktivsten und gebildeten Bürger, die für einen späteren Wiederaufbau der Herkunftsländer dort benötigt werden. Migration löse die Krise nicht, sondern verschärfe sie.

• "Frauen als Freiwild?" von Birgit Kelle, FOCUS 41/2015, S. 30
Die Vorsitzende des Vereins "Frau 2000 plus" und Vorstandsmitglied von "New Woman For Europe" sowie CDU-Mitglied weist darauf hin, dass die 70 % männlichen Flüchtlinge bereit sein müssen, sich in unsere Kultur zu integrieren, sowie unsere Regeln, unsere Frauenrechte und die Säkularisierung anzunehmen. Sie ist besorgt darüber, dass nicht unsere Frauen und Mädchen sich bedeckt bekleiden müssen, sondern die Männer verinnerlichen müssen, dass unsere Freiheiten in jeder Beziehung auch für Frauen gelten.

• "Es gilt das Recht des Stärkeren" von Heinz Buschkowsky, FOCUS 43/2015, S. 39-40
Am Beispiel Berlin-Neukölln wird die Gefahr von Parallelwelten aufgezeigt. Der Autor weist eindringlich darauf hin, dass wir zwar die Organisationsprobleme mit vielen Flüchtlingen in den Griff bekommen, nicht aber die Vermittlung unserer Werte. Diese Auseinandersetzung dürfen wir nicht scheuen.


Probleme durch Traditionen

• „Ein Tabu in der Moschee“ von Angelika Fey, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 19.06.2017, Nr. 25, S. 10
Die Autorin beschreibt die Homophobie in deutschen Islamgemeinden. An einem Beispiel wird gezeigt, wie schwule Moslems sich nicht zu ihrer Sexualität bekennen können, ohne schwere gesellschaftliche Sanktionen zu befürchten.

• „Nicht nur ein Stück Haut“ von Lydia Rosenfelder, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 14.05.2017, Nr. 19, S. 3
Ärzte rekonstruieren immer häufiger das Jungfernhäutchen von Musliminnen, weil ihre Familien die Töchter dazu zwingen. An Beispielen wird geschildert, wie Ärzte den Eltern von erwachsenen Töchtern deren Jungfernschaft bestätigen und im Notfall auch eine entsprechende Operation durchführen sollen. Eine Doppelmoral erlaubt jungen muslimischen Männern den Geschlechtsverkehr vor der Ehe, muslimischen Frauen ist dies nicht gestattet, sie müssen sich durch Täuschungen und Lügen rechtfertigen.

• "Wenn Saudis arbeiten müssen" von Rainer Hermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 21.05.2017, Nr. 20, S. 9
Saudi Arabien ersetzt aus finanziellen Gründen ausländische Arbeitnehmer durch Einheimische Arbeitskräfte, außerdem sollen auch Frauen beruflich tätig werden. Dazu bedarf es aber viele Anreize, um die bisherige Einstellung, dass nur sozial niedrig stehende Personen gezwungenermaßen arbeiten, zu überwinden. So gibt es etwa bevorzugt Arbeitsgenehmigungen für Firmen mit inländischen Arbeitnehmern, die Vergabe öffentlicher Aufträge an Firmen mit einheimischen Arbeitskräften und es wird der Aufbau eines Berufsbildungssystems betrieben.

• "Ins kalte Wasser" von Daniela Gassmann und Michaela Schwinn, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 15.01.2017, Nr. 2, S.14
Obwohl auch der Europäische Gerichtshof entschieden hat, dass Musliminnen am Schwimmunterricht teilnehmen müssen, hat dies in der Praxis wenig Konsequenzen. Lehrerinnen verzichten oft auf die Durchsetzung der Teilnahme, muslimische Eltern erfinden immer neue Ausreden, die Mädchen scheuen einen erlaubten Burkini.

• „Die Beschämung der Frau“ von Salman Ansari, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 04.09.2016, Nr. 35, S. 12
Am persönlichen Hintergrund wird das Einsperren von Frauen im Namen der Religion angeprangert. Es wird die heutige Interpretation und Ausübung des Islam angeklagt, welche Autonomie und Emanzipation verhindert.

• "In Afghanistan unziemlich: Frauen auf dem Rennrad" von Christine-Felice Röhrs, Main-Echo 14./15.01.2016, Wochenendmagazin S. 1
Es wird der Versuch beschrieben, in Afghanistan eine Fahrradrenn-Mannschaft von Frauen für die olympischen Spiele 2016 zu trainieren. Es sollte Frauen in Afghanistan ermuntern, Fahrrad zu fahren, um eine gewisse autonome Bewegungsfreiheit zu erlangen. Doch die Hindernisse und die Ablehnung durch die Männer waren zu groß.

• „Von wegen Freiheit“ von Morten Freidel, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 08.05.2016, Nr. 18, S. 4
Bis nach Deutschland reichen die Fesseln des eritreischen Regimes. Der Artikel beschreibt, wie die eritreische Militärdiktatur Flüchtlinge aus Eritrea durch den Verein „Eri-Blood“ auch in Deutschland die Flüchtlinge überwacht. Letztere müssen 2 % ihres Nettoeinkommens an den eritreischen Staat überweisen. Oppositionelle müssen befürchten, dass ihre Verwandten in der Heimat verfolgt werden.


Berichterstattung und Zustände

• "Willkommen in der Wirklichkeit" von Philip Eppelsheim, Frankfurter Allgemeine Woche 5/2017, S. 10-13
Da Deutschland ein demographisches Problem hat, das vor allem kleinere Städte und Dörfer betrifft, sollten Flüchtlinge diesen Bevölkerungsmangel ausgleichen helfen. Am Beispiel eines Ortes wird detailliert aufgezeigt, dass die Probleme bei einer Ansiedelung von Flüchtlingen zu groß sind und der Ort durch sie nicht wieder belebt werden kann. Es gab nur einen kurzzeitigen Aufstieg, dann waren die Flüchtlinge wieder weg.

• "Berlin gehört den Clans" von Dominique Bergson, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 28.05.2017, Nr. 21 S. 24-25
Es wird die Verankerung krimineller Clans aus dem türkisch-syrischen Raum in Berlin beschrieben, die selbst Anwälte, Zeugen und Richter terrorisieren, was deren Kinder dann auch in der Schule anderen gegenüber praktizieren. Diese Zustände sind vor allem eine Folge der Fehler in der Vergangenheit, etwa Wegschauen, Verharmlosen. Dadurch wurden patriarchalische Sitten über Jahrzehnte in Deutschland erhalten und verfestigt.

• "Willkommen bei uns zu Hause" von Moritz von Uslar, DIE ZEIT vom 27.04.2017, Nr. 18, S. 39
In Duisburg treffen Armutsmigranten aus Südosteuropa auf eine gewachsene türkische Gemeinde. Auf einem Rundgang schildert der Reporter seine Eindrücke von den verschiedenen Menschen und Kulturen.

• „Der Schrecken der Bilder“ von Cordula Meyer, DER SPIEGEL 24/2017, S. 40-42
Die deutsche Flüchtlingspolitik wird von Emotionen getrieben, die durch Bilder befeuert werden. Dabei gibt es einen Widerspruch: Es sollen keine negativen Bilder entstehen, aber trotzdem wollen und können wir nicht allen helfen. Außerdem untergräbt es die Glaubwürdigkeit, wenn abgelehnte Asylbewerber nicht in ihre Heimatländer zurück müssen.

• "Technik für Flüchtlingskinder" von H. Büddicker und C. Becker, VDI Nachrichten vom 15.04.2016, Nr. 15, S. 40
Der VDI setzt ein VDIni-Club-Mobil ein, um Flüchtlingskinder einfache Objekte wie eine Hundehütte oder einen Helikopter aus kleinen Ziegelsteinen und Maismörtel bauen zu lassen. Dadurch lernen Flüchtlingskinder, sich mit Technik auseinanderzusetzen und nach einer Anleitung etwas zusammenzusetzen.

• "So denken Muslime in Großbritannien wirklich" von Stefanie Bolzen, DIE WELT vom 14.04.2016
Der Bericht über eine Studie des Instituts ICM, welches mehr als 1000 Muslime interviewte. Die Ergebnisse zeigen, dass viele noch in einer patriarchalischen Welt leben, in der nur die Scharia gilt. Der Fehler sei die Auffassung, dass eine Änderung dieser Einstellungen quasi von alleine vor sich geht. Die Integration der Muslime wird wahrscheinlich die härteste Aufgabe, die wir je vor uns hatten, meint Trevor Philips, ehemaliger Vorsitzender der staatlichen Kommission für Gleichberechtigung und Menschenrechte.

• „Draußen vor der Tür“ von Katrin Hummel, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 31.01.2016, Nr. 4
Clubbetreiber sehen sich gezwungen, wegen vieler Vorkommnisse mit Flüchtlingen ihnen oft den Einlass zu verweigern. Dies ist zwar mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nicht vereinbar, aber in der Praxis leider notwendig und kaum vermeidbar, möchte man keine wirtschaftlichen Einbußen erleiden.

• „Prof. Michael Haller von der Hamburg Media School gibt Einblick in die Studie zu Flüchtlingsberichterstattung“ Universität Hamburg, von Ariane Butzke, 07.12.2016
Die Ergebnisse einer umfassenden Studie, die mehr als 30.000 Berichte über die „Willkommenskultur“ auswertete, führten zu einer Kritik an der Art und Weise, wie die Medien über die Flüchtlingskrise berichteten. Die Berichterstattung weise bis heute erhebliche Defizite auf.

• "Hilfestellung und Leitfaden für Flüchtlinge" der Gemeinde Hardheim im fränkischen Odenwald, vom 12.10.2015
Nach dem Hinweis auf einige Grundwerte in Deutschland werden Regeln für das alltägliche Leben hier bei uns aufgeführt. Dies wurde teilweise als "rassistische" und herabwürdigend für die Flüchtlinge angesehen, andererseits auch von Flüchtlingen begrüßt.

• "Die nächste Welle der Deregulierung steht bevor" von Christoph Deutschmann und Roland Springer, VDI Nachrichten vom 23.10.2015
Die Autoren weisen darauf hin, dass der deutsche Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung des geringen Bildungsstandes vieler Flüchtlinge diese kaum aufnehmen kann. Es entsteht eine scharfe Konkurrenz um einfache Jobs mit Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund. Können die Flüchtlinge nicht beschäftigt werden, droht langfristig Enttäuschung, die zu religiösem und politischem Extremismus führen kann.

• „Berichterstatter als Stimmungsmacher“ von Heribert Seifert, Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2015
Bezüglich der Berichterstattung zur Flüchtlingskrise beklagt der Autor fehlende kritische Distanz, genaue Recherche, gründliche Ausleuchtung der Hintergründe u.a. von Seiten der deutschen Medien, die sich in eine moralische und emotionale Ektase steigerten. Die Berichterstattung geriet zur Kampagne.

• "Wir können doch mehr!" von Nils Minkmar, DER SPIEGEL 53/2015, S. 10
Von staatlicher Seite konnte die Aufnahme der Flüchtlinge nicht bewältigt werden, erst der freiwillige Einsatz vieler Bürger ermöglichte die "Willkommenskultur". Der Artikel beschreibt die Reaktion auf die Flüchtlinge und die Kritik daran.

• Denmark's refugee integration has failed" The Local www.thelocal.dk/20150309/denmarks-refugee-integration-efforts-have-failed vom 09.03.2015
Nur 25 % aller Flüchtlinge, die zwischen 2000 und 2003 nach Dänemark kamen, waren trotz der Bestrebungen 10 Jahre später noch in einem Arbeitsverhältnis. Die dänische Regierung sei in ihren Versuchen, die Flüchtlinge zur Arbeit zu bringen, "wahrhaftig gescheitert". Verantwortlich dafür sei die verfehlte Sozialpolitik vor Ort.


Meinungen

• "Die Schönheit in der Andersartigkeit - Warum wir Vielfalt brauchen, um als Gemeinschaft fortzubestehen" von Jan Kalbitzer, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 30.04.2017, Nr. 17, S. 46
Der Autor wirbt für mehr Verständnis der progressiven Elite mit dem nationalgesinnten Teil der Bevölkerung und gegen eine Aufteilung in Gut und Böse, Freund und Feind. Er meint, dass der Vorwurf nicht einfach abgetan werden darf, dass nämlich derjenige, der Toleranz für die Bräuche anderer Kulturen predigt, das Bedürfnis nach Nationalität und Traditionen der eigenen Mitbürger nicht verspotten darf.

• „Warnung vor der Tyrannei“ von Bassam Tibi, Weltwoche Nr. 42.15
Der Professor für Internationale Beziehungen ist syrischer Herkunft und warnt eindringlich vor einer Kultur der Angst aus der Tyrannei der herrschenden Meinung in Deutschland. Er zeigt an Beispielen von Merkel, Seehofer und de Maizière wie ihre vermeintlich politisch unkorrekten Sätze zu öffentlicher Diffamierung führten. Es muss in Deutschland möglich sein, eine ideologiefreie Diskussion über die Ängste und Besorgnisse der Bürger im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise zu führen.

• „Wenn wir so weitermachen, flüchten bald die Deutschen“ von Ulrich van Suntum, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 01.11.2015, Nr. 44, S. 24
Es wird die Problematik behandelt, dass viele Migranten, welche unsere freiheitlichen Werte nicht kennen und leben, eine Gefahr für unsere Demokratie darstellen. Eine Folgerung daraus ist die Sicherung unserer Außengrenzen.

• "Gastbeitrag Deutschlands moralische Selbstüberschätzung" von Heinrich August Winkler, Frankfurter Allgemeine Zeitung www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/gastbeitrag- deutschlands-moralische-selbstueberschaetzung-13826534.html, 30.09.2015
Der Autor beschreibt die Kehrseite der deutschen "Willkommenskultur": die Gefahr der Selbstgefälligkeit, der Selbstgerechtigkeit. Deutschland läuft Gefahr, am Gegensatz zwischen edlem Wollen und beschränktem Können zu scheitern. Denn das friedliche Zusammenleben von unterschiedlichen Kulturen setzt eine gemeinsam politische Kultur voraus, nämlich die des Grundgesetzes. Diese Rechte müssen eingeübt und verinnerlicht werden, dieser immensen Aufgabe muss sich die Bildungspolitik verstärkt widmen.

• "Opinion: Germany stands alone on the issue of refugees" von Christoph Hasselbach, Deutsche Welle, www.dw.com/en/opinion-germany-stands- ... 07.09.2015
Der Autor beschreibt die kritische Sicht anderer europäischer Länder auf die Flüchtlingskrise in Deutschland. Sie ist eher geprägt von Unverständnis und nicht von Bewunderung für die deutsche Politik. Und in Großbritannien herrscht sogar Angst davor, dass die Flüchtlinge versuchen werden, nach ihrer Anerkennung aus Deutschland nach Großbritannien zu kommen